Frittatensuppe

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Schon als kleines Kind war eine kräftige Frittatensuppe mit Abstand meine Lieblingssuppe. Ich liebe einfach diese Kombination aus einer kräftigen Rinderbouillon mit den würzigen Pfannkuchenstreifen – den Frittaten. Sehr zum Leidwesen meiner Eltern bedeuteten diese zugegeben etwas unhandlichen Pfannkuchenstreifen in einer Bouillon auch eine kaum vermeidbare Garantie fürs Kleckern – wahlweise auf die Klamotten oder das Tischtuch. Das hat sich bis heute nur bedingt gebessert.

Eine Frittatensuppe lässt sich schlicht und einfach nicht elegant verspeisen. Es ist schlicht ein kontinuierlicher Balanceakt die Frittaten auf dem Löffel zu halten und unter kaum vermeidbarem Schlürfen zu genießen. Insofern ist sie nur bedingt für ein erstes Date geeignet. Andererseits besticht sie durch ihr wunderbares Aroma und lässt jeden Fan einer guten Suppe schwach werden. Insofern ist die Frittatensuppe letztendlich vielleicht doch gerade dann geeignet.

In deutschen, genauer gesagt in schwäbischen Gefilden ist die Frittatensuppe oft auch als Flädlesuppe bekannt. Für mich ist die Frittatensuppe jedoch eng verbunden mit den Alpen rund um das Berchtesgadener und das Salzburger Land. Und dort ist diese wunderbare Kombination aus kräftiger Rinderbouillon und Pfannkucheneinlage eben als Frittatensuppe bekannt. Wann immer ich vor die Wahl zwischen einer klaren Kraftbrühe und einer Cremesuppe gestellt bin, gewinnt für mich ganz klar die Kraftbrühe. Selbst an warmen Sommertagen würde ich hier nie nein sagen.

Die zugrunde liegende Rinderbouillon lässt sich natürlich auch mit anderen Teilstücken vom Rind auskochen. Der Vorteil des Tafelspitzes hier ist, dass dieser so wunderbar zart wird und man gleich noch eine klassische Hauptspeise der österreichischen Küche zaubern kann – Tafelspitz mit Kren, Schnittlauchsauce und Kartoffeln. Dazu nach das Suppengrün aus der Bouillon als Bouillongemüse und es entstehen praktisch keine Kochabfälle. Gleichzeitig hat man zwei hervorragende Gänge gezaubert. Alternativ lässt sich der Tafelspitz auch prima einfrieren. Damit dieser dann beim Aufwärmen noch genauso gut schmeckt, den Tafelspitz langsam auftauen lassen und in Brühe bei kleiner Hitze erwärmen.

Und so gelingt es garantiert!

  • Der Fritattenteig ist ein eher flüssiger Pfannkuchenteig und wird ähnlich einem Crêpe dünn ausgebacken. Unbedingt dabei bleiben, da die Pfannkuchen schnell braun werden.
  • Das Anrösten der Zwiebel ohne Fett mag den ein oder Anderen abschrecken – es ist aber der entscheidende Trick für eine kräftige Farbe der Bouillon. Etwaige Rückstände im Topf bekommt man problemlos mit einem Stahlschwamm entfernt.
  • Das Filtern der Suppe durch ein Passiertuch ist essentiell für eine klare Brühe. Ein abgießen durch ein feines Sieb ist hier in der Regel nicht ausreichend. Statt eines Passiertuchs kann auch ein normales, sauberes Stofftuch verwendet werden.
  • Die Rinderknochen sind wichtig für den kräftigen Geschmack der Bouillon. Alternativ können auch Markknochen verwendet werden, um daraus anschließend z.B. Markklößchen zu machen.

Frittatensuppe

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Vorbereitung 30 Min.
Zubereitung 2 Stdn. 30 Min.
Kategorie Suppen & Eintöpfe
Portionen 6

Zutaten
  

  • 1 kg Tafelspitz
  • 500 g Rinderknochen
  • 1 Gemüsezwiebel
  • 1 Bund Suppengrün
  • 1 Fleischtomate
  • 2 Lorbeerblätter
  • Salz
  • Pfeffer

Für die Frittaten

  • 50 g Mehl
  • 150 ml Milch
  • 2 Eier
  • 1 EL gehackte Petersilie
  • 1 EL Schnittlauchröllchen
  • 1 TL Thymianblättchen
  • 3 EL Butterschmalz
  • Salz

Anleitungen
 

  • Die Gemüsezwiebel ungeschält halbieren und mit der Schnittfläche nach unten in einem hohen Topf ohne Zugabe von Fett anrösten.
  • Ca. 2,5-3l Wasser angießen. Tafelspitz und Rinderknochen putzen und zusammen mit den Lorbeerblättern, Salz und Pfeffer hinzugeben und das Ganze langsam aufkochen lassen.
  • Die Bouillon bei niedriger Hitze offen für ca. 2Std. köcheln lassen und dabei hin und wieder etwaigen Schaum und Trübstoffe abschöpfen.
  • Suppengrün und Fleischtomate putzen, fein würfeln und für weitere 30min zur Bouillon hinzugeben.
  • In der Zwischenzeit für die Frittaten Mehl, Milch und Eier in der Küchenmaschine oder mit dem Handrührgerät zu einem glatten Teig verarbeiten. Petersilie, Schnittlauch, Thymian und Salz hinzugeben und gut vermengen.
  • Das Butterschmalz in einer kleinen beschichteten Pfanne erhitzen und aus dem Frittatenteig ca. 10 dünne Pfannkuchen ausbacken.
  • Die Pfannkuchen etwas auskühlen lassen und anschließend in schmale Streifen (Frittaten) schneiden und beiseite stellen.
  • Den Tafelspitz vorsichtig aus der Bouillon nehmen und abtropfen lassen. Die Bouillon durch ein mit einem Passiertuch ausgelegten Sieb filtern und warm halten.
  • Die Frittaten auf tiefe Suppenteller verteilen und die heiße Bouillon darübergießen.
  • Der Tafelspitz kann z.B. anschließend klassisch mit Kren, Schnittlauchsauce und Kartoffeln als Hauptspeise serviert werden.

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