Spaghetti Puttanesca

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4.8 von 5 Bewertungen

Spaghetti Puttanesca hat, wie der Name vermuten lässt, seine Ursprünge in den Bordellen Neapels. Den Erzählungen zu Folge haben die Prostituierten dieses Gericht ihren Freiern zubereitet. Es ist ein schnell zubereitetes Gericht und Eines, welches angeblich die Männer in Wallungen bringen sollte. Unabhängig vom Wahrheitsgehalt dieser Anekdoten ist ein wunderbar aromatisches Pastagericht! Und da alle Zutaten in jede gut sortierte Vorratskammer gehören, kann man es jederzeit als Notfallessen schnell auf den Tisch bringen – auch wenn dieses Schicksal der Puttanesca natürlich in keinster Weise gerecht wird.

Für mich persönlich bleibt Spaghetti Puttanesca immer verbunden mit Luciana und Ferruccio aus Bardolino am Gardasee. Meine Eltern lernten Luciana und Ferruccio bei einem Italienurlaub in den späten 70ern kennen und wurden gleich wie alte Freunde eingeladen, gemeinsam la dolce vita zu genießen. Auch ohne gemeinsame Sprache – Luciana und Ferruccio sprachen ausschließlich Italienisch – verstanden die vier sich auf Anhieb. Man verständigte sich eben mit Händen und Füßen und verstand mit dem Herzen, wie Luciana einmal so treffend anmerkte.

So sind über die Jahre viele schöne Erinnerungen entstanden, irgendwann dann auch mit mir dabei. Zwei dieser Erinnerungen haben sich bei mir besonders eingeprägt. Einmal fuhren Luciana und Ferruccio mit uns in ein kleines Restaurant auf dem Monte Baldo. In dieses Restaurant verirrten sich normalerweise keine Touristen und es wurde gegessen, was es an dem Tag eben gab. Ich weiß nicht mehr genau, wie alt ich war, wohl im Grundschulalter und ich sprach natürlich kein Italienisch. So erzählte man mir, es gäbe filetto di cavallo, was mir mit Kalbsfilet übersetzt wurde. Es schmeckte vorzüglich! Erst im Nachhinein wurde ich aufgeklärt, dass cavallo nicht Kalb, sondern Pferd ist. Ich war empört darüber, wie ich hinters Licht geführt wurde, geschmeckt hat es natürlich dennoch.

Die zweite Erinnerung ist dieses Rezept, welches Luciana und Ferruccio uns vermacht haben. Jedes Mal, wenn ich Spaghetti Puttanesca mache, muss ich an die Beiden und die schönen Zeiten in Bardolino denken. Nun sind Sardellenfilets vielleicht nicht jedermanns Sache, aber deswegen dieses Gericht nicht zu probieren oder es einfach ohne Sardellen zuzubereiten, wäre eine Schande. Die Sardellenfilets lösen sich komplett auf und dominieren auch geschmacklich nicht, sondern bilden eine perfekte Kombination mit den Oliven und den Kapern. Auch wenn ihr normalerweise keine Sardellen mögt, also unbedingt einmal ausprobieren, ich verspreche euch, ihr werdet positiv überrascht sein!

Und so gelingt es garantiert!

  • Pastamengen pro Person in Rezepten sind immer so seine Sache. Je nachdem, wie gute Esser ihr seid, sind 100-150g pro Person eine gute Faustregel. Statt Spaghetti eignen sich auch gut Penne oder Tortiglioni für dieses Gericht.
  • Das tolle an der Puttanesca ist, dass sie sich ebenso wie die Pesto alla Genovese in exakt der Zeit zubereiten lässt, in der die Nudeln garen.
  • Erhitzt das Olivenöl nicht zu stark, ansonsten saut euch die ganze Küche ein, sobald ihr die Sardellenfilets in die Pfanne gebt. Achtet darauf, dass der Knoblauch in der Pfanne nicht braun wird.
  • Damit dieses Gericht seine ganzen Aromen entfalten kann, ist es essenziell, die Spaghetti zusammen mit etwas Kochwasser in der Soße durchziehen zu lassen. Und damit die Spaghetti nichtsdestotrotz al dente bleiben, ist es ebenso wichtig, diese etwas kürzer als auf der Packung angegeben zu garen.

Spaghetti Puttanesca

Spaghetti Puttanesca ist ein wunderbar aromatisches Pastagericht! Und da alle Zutaten in jede gut sortierte Vorratskammer gehören, kann man es jederzeit als Notfallessen schnell auf den Tisch bringen – auch wenn dieses Schicksal der Puttanesca natürlich in keinster Weise gerecht wird.
4.8 von 5 Bewertungen
Vorbereitung 5 Min.
Zubereitung 10 Min.
Kategorie Pasta
Portionen 2

Zutaten
  

  • 300 g Spaghetti
  • 400 g Dosentomaten
  • 50 g Sardellenfilets in Salz
  • 80 g Kalamata Oliven
  • 2 EL Kapern
  • 2 Knoblauchzehen
  • 3 EL Olivenöl
  • 2 EL gehackte Petersilie
  • Prise Zucker
  • Salz
  • Pfeffer

Anleitungen
 

  • Die Spaghetti in ausreichend kochendem Salzwasser eine Minute unter der angegebenen Garzeit al dente kochen.
  • In der Zwischenzeit in einer Pfanne das Olivenöl erhitzen. Die Sardellenfilets unter Wasser vom Salz befreien und im Olivenöl schmelzen lassen. Die Knoblauchzehen schälen, fein hacken und mit in die Pfanne geben.
  • Die Oliven halbieren und zusammen mit den Kapern ebenfalls in die Pfanne geben und alles kurz anbraten.
  • Die Dosentomaten hinzugeben, mit einer Prise Zucker, Salz und Pfeffer abschmecken und ein paar Minuten köcheln lassen.
  • Die fertigen Spaghetti abgießen und dabei ca. 100ml vom Nudelwasser auffagen und dieses zusammen mit den Spaghetti und der Petersilie zur Soße in die Pfanne geben. Spaghetti und Soße gut vermengen und ca. 1 Minute ziehen lassen.
  • In tiefen Teller anrichten und nach Geschmack geriebenen Parmesan hinzugeben.

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